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Die Geschichte des Irish Whiskey

Whiskey stammt vom gälischen „uisce beatha”, lateinisch „aqua vitae”, das „Wasser des Lebens”. Aus „uisce beatha” wurde kurz „uisce” (oder manchmal auch „uisque” geschrieben) wurde dann im Laufe der Zeit „Whiskey”.

Es gab lange keine einheitliche Schreibweise, je nach Destillerie gab es einen Irish Whiskey oder einen Irish Whisky. Erst zum Anfang des 20. Jahrhunderts durchzunehmender Konzentration der Destillerien auf dem irischen Markt und um sich vom Scotch Whisky aus den schottischen Brennereien zu unterscheiden, setzte sich die Schreibweise Irish Whiskey durch. So wird es in Schottland Whisky und in Irland Whiskey geschrieben.

Mit “e” schreibt man auch den amerikanischen Whiskey. In Kanada gibt es noch beide Schreibweisen. Der Rest der Welt schreibt den Whisk(e)y ebenfalls uneinheitlich.

Irischen Whiskey haben wir der Kirche zu verdanken

Vermutlich haben irische Mönche das Geheimnis der Destillation von ihren Missionsreisen mitgebracht. Anfangs wurden jedoch eher Kräuter und Wurzeln destilliert, entweder zu medizinischen Zwecken oder als Parfum. Erst später kam man auf die anregende Wirkung des Destillats, das allerdings nur wenig mit dem heutigen Irish Whiskey gemein hatte.

Zum Leidwesen der Iren war es jedoch Schottland, das das erste schriftliche Dokument, in dem von Whiskey die Rede ist, vorweisen kann. 1494 erhielt ein Mönch in Schottland den schriftlichen Auftrag, Malz zu kaufen und daraus Whisky zu machen. Im Gegensatz dazu hat Irland die älteste lizenzierte Whiskey Brennerei, Bushmills im Co. Antrim. Für dieses Gebiet wurde 1608 von König James I die Lizenz zum Destillieren von Whiskey erteilt. Zwar ist die heutige Brennerei bei Weitem nicht so alt, aber die Jahreszahl wird trotzdem auf den Etiketten der Flaschen aus Bushmills angegeben.

Im Jahre 1661 erhob die Regierung per Gesetz Steuern auf den Irish Whiskey, was Irland zu einer Nation der Schwarzbrenner machte. Damals entstand der „poitín”, der schwarzgebrannte Alkohol. In den Städten entwickelte sich eine andere herstellungsweise des irischen Whiskeys, oftmals auch mit Wurzeln und Kräutern gewürzt und destilliert. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde es dann erstmals für kapitalkräftige Brenner sinnvoll, eine Lizenz zu erwerben, nachdem die Gesetze 1823 angepasst wurden. Destillate aus Dublin waren nicht nur bei den Iren im Pub, sondern auch in der gehobenen Gesellschaft Europas gefragt. Gegen die einfachen Leute auf dem Land erhob sich dagegen erneut der Arm des Gesetzes. Die von Father Mathew geführte Abstinenzbewegung führte zur Zerstörung von Brennereien und Pubs in Irland. Spätestens nach der großen Hungersnot in den 40er-Jahren des 19. Jahrhunderts und der daraus resultierenden Getreideknappheit waren die ländlichen Brennereien am Ende.

Dies war die Stunde von John Power, John Jameson, William Jameson, George Roe in Dublin und die Gebrüder Murphy in Midleton, Co. Cork. Diese finanzstarken Brenner hatten bald die Kontrolle über die gesamte Branche. Der damalige irische Whiskey wurde dreifach in Pot Stills destilliert. Zudem wurde beim Mälzen die Gerste nicht einem offenen Torffeuer ausgesetzt. Das machte Irish Whiskey zu einem klar definierten, völlig eigenen Whiskey-Typ.

Der Irische Whiskey beherrschte den Markt der Whiskeys

Aber die Hersteller verließen sich zu sehr auf ihr Produkt und vernachlässigten die Gesetze des Marktes und die erforderlichen Innovationen. Robert Stein und der Dubliner Aeneas Coffey erfanden das Verfahren der kontinuierlichen Destillation. Dadurch konnte erstmals „grain whisky” (Whiskey aus Mais) hergestellt werden, dies führte zur Entstehung der schottischen Blends, die wesentlich billiger und von gleichbleibender Qualität waren.

Das führte unter anderem dazu, dass auch die Iren ihren hochwertigen Pot Still mit billigem Grain vermischten und als Blend auf den Markt brachten, als 1909 durch den „What is Whiskey Case” entschieden wurde, dass jedes Getreidedestillat somit auch ein Blend als Whisky verkauft werden durfte. Der wichtigste Exportmarkt der irischen Brennereien, die USA, brach zusammen, als die Prohibition ausgerufen wurde. Die Engländer gaben dem Irish Whiskey den Rest, als sie wegen der Unabhängigkeitsbewegung ein Handelsembargo gegen Irland verhängten. Letztendlich wurde auch noch durch die Regierung, die schnell neues Geld brauchte, die Steuern angehoben, was schließlich zum Bankrott der meisten Brennereien führte. Von nun an beherrschte der Scotch Whisky endgültig die Weltmärkte.

1960 schlossen sich Powers, Jameson und Cork Destlillers zur Irish Destillers Group (IDG) zusammen. Der letzte unabhängige Brenner, Bushmills, ging 1973 ebenfalls in IDG auf. 1975 wurde die hochmoderne Brennerei in Midleton, Co. Cork, in Betrieb genommen und die ganze Produktion von IDG stammte mit der Ausnahme von Bushmills aus dieser einzigen Anlage. Die alten Destillen verfielen zunächst, manche wurden als Lagerhäuser weitergenutzt, einige wurden viel später zu Besucherzentren.

In den späten 70er-Jahren wandten sich die jungen Konsumenten vom Irish Whiskey ab, die Whiskybranche stürzte in eine tiefe Krise. Erst Mitte der 80er kamen langsam die Malt Whiskys wieder in Mode, vor allem in Nordeuropa und Amerika ging der Trend zum „premium whiskey”, was auch den Herstellern in Irland und Kanada neuen Aufschwung brachte.

IDG wurde 1987 an Pernod Richard verkauft. John Teeling, ein irischer Geschäftsmann, der sich intensiv mit dem Exportpontential des Irish Whiskey beschäftigt hatte, verlor gegen die Franzosen. Es gelang ihm aber, die Cooley Destillery wieder aufleben zu lassen und sein eigenes Unternehmen aufzubauen. In einer ebenfalls neu gebauten Brennerei führte er neue Marken ein, darunter auch Single Malts. Sogar getorfte Malts waren erstmals in Irland erhältlich. Der Erfolg überraschte die Irish Destillers Group (IDG) völlig. Nachdem der Versuch, den unliebsamen Konkurrenten aufzukaufen, nicht erfolgreich war, besann man sich auf die eigenen Kapazitäten. Die Struktur wurde umgestellt und das Marketing verbessert. Heute gibt es fast 100 verschiedene Marken des Irish Whiskey in Irland und mit der Cooley Destillery auch einen Irish Whiskey Hersteller in irischem Besitz.


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