Rendite mit Hochprozentigem: Irish Whiskey als Geldanlage

Rendite mit Hochprozentigem: Irish Whiskey als Geldanlage

Irish Whiskey als GeldanlageKeine Zinsen auf Tagesgeld, mickrige Rendite bei Festgeld, hohe Bewertungen bei Aktien: Anleger haben es in der Gegenwart nicht leicht, das Ersparte gewinnbringend anzulegen. Wegen mangelnder Alternativen boomt der Markt für Sachwerte. Immobilien, Kunstwerke, Edelmetalle und edler Rotwein bieten sich als Investitionsobjekte an – genau wie Whiskey aus irischen Traditionsbrennereien.

Whiskey: Flüssiges Gold von der Insel

Mal bernsteinfarben, mal rötlich wie Herbstlaub, mal leuchtend gelb wie Sonnenstrahlen, die durch ein Blätterdach fallen – ein guter Whiskey kann viele Farbnuancen haben und ist für Kenner mehr als ein profaner Drink. Whiskey-Liebhaber schwenken ihn im Glas, erfassen mit der Nase seinen Duft, wärmen das Glas in der Hand und erschmecken das Aroma bedächtig mit der Zunge. Wie ein Kunstwerk wird ein jahrelang gereifter Single Malt von Feinschmeckern behandelt. Whiskey kann ein intensives Raucharoma besitzen, nach Sherry schmecken, eine scharfe Note haben oder den salzigen Geschmack von Meeresluft in seinem Aroma widerspiegeln.

Bis heute streiten sich Schotten und Iren darum, wer das flüssige Gold erfunden hat. Die erste urkundliche Erwähnung stammt dem Jahr 1494. Damals wurde auf ein Getränk namens „aquavite“ in schottischen Steuerunterlagen verwiesen, das ein Benediktinermönch aus der Lindores Abbey gebrannt haben soll. Die Schreibweise (mit oder ohne „e“) ist im Übrigen keine Glückssache. In Ländern mit diesem Buchstaben wie Ireland oder den United States of America wird Whiskey mit „e“ geschrieben, in Ländern ohne „e“ im Namen wie Schottland und Kanada entfällt der Vokal.

Luxuriöse Spirituose: Whisky für sechsstellige Summen

Chivas Regal, Johnny Walker, Ballantine's und Grant's sind die vier größten Whisky-Marken der Welt. Sie sind in jedem halbwegs gut sortierten Supermarkt zu finden. Um luxuriöse Spirituosen handelt es sich bei den Marken natürlich nicht, sind sie doch mit Preisen, die zwischen 12 und 20 Euro schwanken, klassische Produkte für den Massenmarkt. Da sind Sondereditionen der schottischen Whisky-Marke Macallan ein ganz anderes Kaliber.

Im Jahr 2014 hat das Auktionshaus Sotheby’s in Hongkong eine Flasche M Imperiale mit Kristall-Dekanter für unglaubliche 628.000 US-Dollar verkauft. Die Flasche Imperiale ist eine Sondergröße, die sechs Liter Whisky enthält. Getoppt wurde diese Summe vier Jahre später, als ein Geschäftsmann am Flughafen Dubai beim Spirituosenhändler Le Clos zwei Flaschen Single Malt Whisky Macallen 1926 (0,7 Liter) für insgesamt 1,2 Millionen US-Dollar erwarb. Bevor der Luxuswhisky im Jahr 1986 abgefüllt wurde, lagerte er 60 Jahre lang in Eichenfässern, die zuvor für die Lagerung von Sherry genutzt wurden. Den extrem hohen Wert verdankt der Whisky der Seltenheit. Nur 40 Flaschen wurden damals abgefüllt und die Etiketten gestalteten die renommierten Pop-Art-Künstler Valerio Adami und Peter Blake.

Wachsende Popularität des flüssigen Goldes

Bushmills 1608 400th Anniversary Edition Irish Whiskey

Sowohl die Popularität von schottischem als auch von Irish Whiskey wächst seit zwei Jahrzehnten kontinuierlich. Der wachsende Wohlstand in asiatischen Ländern wie Indien, China, Südkorea, Vietnam und Indonesien lässt die Nachfrage ansteigen. Begehrt sind qualitativ hochwertige Single Malt Whiskeys, die in limitierter Auflage produziert werden. Längst haben Sammler das Potenzial der hochprozentigen Spirituose entdeckt und damit begonnen, auf Auktionen und in den Beständen alteingesessener Spirituosenhändler nach Sonderabfüllungen und limitierten Auflagen zu suchen. Besonders begehrt sind Spirituosen, die vor 1975 abgefüllt wurden und bei denen eine mindestens 15-jährige Lagerzeit nachgewiesen werden kann. Da die Nachfrage kontinuierlich wächst, das Angebot an alten Abfüllungen aus traditionsreichen Brennereien jedoch immer kleiner wird, sind exorbitante Wertsteigerungen in diesem Bereich keine Seltenheit.

Irish Whiskey als Geldanlage: Limitierte Auflagen und Sondereditionen

Beim Whiskey gilt das Gleiche wie bei der Investition in Aktien: Produkte (Wertpapiere), die bereits deutlich gestiegen sind, haben das Wertsteigerungspotenzial weitestgehend ausgeschöpft. Da sich Sammler bislang vornehmlich auf schottischen Whisky konzentrieren, liegen die Preise für Sondereditionen und limitierte Abfüllungen in diesem Segment entsprechend hoch. Irish Whiskey hinkt der Entwicklung bislang etwas hinterher, weshalb es sich lohnt, den Blick auf irische Traditionsbrennereien wie Bushmills oder die Midleton Distillery zu lenken. Standardabfüllungen sollten interessierte Sammler links liegen lassen und stattdessen limitierte Auflagen und Sondereditionen ins Auge fassen, die nicht massenmarkttauglich sind.

Ein Anhaltspunkt für eventuelle Wertsteigerungen in der Zukunft ist der Preis. Whiskey-Sorten, die weniger als 30-40 Euro kosten, haben ein Image als „Supermarktqualität“ und kein Wertsteigerungspotenzial. Interessant wird es bei Whiskeys, die mehr als 100 Euro pro 0,7-Liter-Flasche kosten und unter Umständen als limitierte Abfüllung gekennzeichnet sind. Die Bushmills 1608 440th Anniversary Edition beispielsweise wurde anlässlich des 400. Geburtstages der irischen Traditionsbrennerei abgefüllt. Die 0,75-Liter-Flasche kostet mehr als 200 Euro. Rund 100 Euro preiswerter ist Midleton Very Rare Irish Whiskey, der seit 1984 jährlich als Sonderedition aufgelegt wird. Jede Flasche ist nummeriert und von Hand signiert, was die Produkte zu begehrten Sammlerobjekten werden lässt.

Sammeln mit Strategie

Rund 20 Whiskey Destillerien gibt es in Irland, wobei alljährlich neue hinzukommen und andere schließen. Die besten Erfolge erzielen Sammler, die beim Kauf von Whiskey strategisch vorgehen. Da die Anzahl der Sorten schwer zu überschauen ist, gilt es, das Sammelgebiet einzugrenzen. Entweder konzentriert man sich auf die limitierten Abfüllungen und Sondereditionen einer bestimmten Destillerie oder aus einer Region. Besser ist die Konzentration auf renommierte Marken, als eine breite Streuung des Investments. Ins Portfolio gehören nur Originalabfüllungen, die mit einem Original-Etikett des Herstellers gekennzeichnet sind. Whiskeys, die von einem Abfüllbetrieb vertrieben werden, haben kein Wertsteigerungspotenzial.

Limited Editions oder Jubiläumsabfüllungen können Renditen von 40 % und mehr erzielen. Eine Garantie auf den Gewinn gibt es allerdings nicht. Wer größere Geldbeträge in Whiskey anlegen möchte und kann, wird unter Umständen auf Auktionen, bei Fachhändlern oder auf Fachmessen fündig. Hin und wieder verkaufen Sammler einen Teil ihrer Altbestände, wovon Neueinsteiger profitieren. Sollte sich der Kauf eines Whiskeys trotzdem einmal als Fehlinvestition herausstellen, ist das kein Grund zu verzagen. Als Alternative bleibt schließlich immer der Genuss des flüssigen Goldes an einem regnerischen Novemberabend im gut geheizten Wohnzimmer.

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